Schon gewusst, dass der DJV auch bloggen kann? Allerdings ist man da ein bisschen „progressiv“, was die Syntax angeht. Oder soll das ein Stil sein? Auch argumentativ will man wohl mal etwas neues ausprobieren. Es gibt auch wirklich genug Journalisten, die versuchen, Themen differenziert zu analysieren. Da kann ruhig mal etwas Abwechslung in die Blogosphäre, zu der der Autor auch einige orginelle Aphorismen in den Kommentaren serviert:
„Gibt es wirklich einen Überfluss an Inhalten im Netz? Wirklich? 90 Prozent der Blogs, wenn nicht mehr, beziehen sich auf Veröffentlichungen in traditionellen Medien oder – in unglaublicher Weise – auf sich selbst. Hochgradig selbstreferenziell.“
Ist das ein Argument für oder gegen das, was der Autor gerade widerlegen will? Und: Ist der Kommentar damit nicht auch selbstreferentiell? Herrje, ein riesen Spaß dieser Post…
Und damit wir uns nicht falsch verstehen: Auch ich sehe Google nicht durch eine rosafarbene Brille. Dass man aber einfach alles in einen Topf schmeißt, um zu beweisen, wie böse Google bzw. das Internet ist, und so – das soll wohl die Forderung hinter all der Polemik sein – ein Leistungsschutzrecht für Verlage als Notwendigkeit darzustellen, ist nicht gerade eine überzeugende Vorgehensweise. Dass Zeitungen pleite gehen und Journalisten auf der Straße landen, kann keiner wollen. Aber vielleicht sollte man versuchen, die bestehenden gesetzlichen Mittel zu nutzen und ansonsten in der Ausrichtung der Geschäftsmodelle neue Wege zu gehen. Mit neuen Gesetzen das Internet bändigen zu wollen, na ich weiß nicht, ob das nicht wieder nach hinten losgeht.
Achja, dass der DJV (stilistisch und argumentativ) auch anders kann, beweist Gott sei Dank die stellvertretende DJV-Chefin Ulrike Kaiser. Und auch ein Mitglied des Vorstandes (zumindest gibt er sich als ein solches zu erkennen), distanziert sich vom Posting. Es hätte mich sonst auch wirklich beunruhigt.
Ich muss gestehen: Mir ist nicht so ganz klar was da mit dem Leistungsschutzrecht gefordert wird. Dinge wie der Schutz der Urheber scheinen nur Nebenschauplätze zu sein. Versucht da ein Industriezweig seine eigenen Existenzberechtigung in Gesetzesform gießen zu lassen?
Was Google betrifft kann ich nur sagen: Das ist die freie Marktwirtschaft Baby. Das hat die Gesellschaft so bestellt, dass wird jetzt so gegessen.